Aktuelle Leitlinienentwicklung

Neue S2k-Leitlinie zur thorakolumbalen Wirbelsäule veröffentlicht

KI-generierte 3-D-Ansicht eines Röntgenbildes von einem männlichen Rücken
© Shakeeb / stock.adobe.com

Die neue DGOU-Leitlinie zu Verletzungen der thorakolumbalen Wirbelsäule wurde auf S2k-Niveau angehoben und damit qualitativ weiterentwickelt. Sie knüpft an die 2018 veröffentlichte S1-Version an und integriert die wissenschaftlichen Erkenntnisse der vergangenen acht Jahre. Aktuelle Evidenz wird gebündelt und in klar strukturierten Empfehlungen für Diagnostik, Therapie und Rehabilitation zusammengeführt – ein wichtiger Schritt für die Versorgung eines Bereichs, in dem mehr als die Hälfte aller Wirbelsäulenfrakturen auftreten. Die Leitlinie ist im AWMF-Register veröffentlicht und online abrufbar.

Verletzungen der thorakolumbalen Wirbelsäule kommen häufig vor, besonders im Übergang zwischen Brust‑ und Lendenwirbelsäule (Th11 bis L2). Dieser Abschnitt ist biomechanisch stark beansprucht, weil die stabile Brustwirbelsäule hier in die deutlich beweglichere Lendenwirbelsäule übergeht. Dadurch entsteht eine Zone erhöhter Belastung, in der Wirbelsäulenfrakturen besonders oft auftreten.

Interdisziplinär entwickelte Empfehlungen

Auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz und eines strukturierten Konsensverfahrens entwickelte eine interdisziplinäre Gruppe aus 13 Fachgesellschaften und Organisationen 32 Empfehlungen zu Diagnostik, Klassifikation, Therapie und Rehabilitation, die alle einstimmig konsentiert wurden. „Die thorakolumbale Wirbelsäule ist ein Bereich, in dem besonders viele Frakturen auftreten und in dem klinische Entscheidungen oft komplex sind. Genau deshalb war es uns wichtig, eine Leitlinie zu entwickeln, die die aktuelle Evidenz klar strukturiert und für alle Fachdisziplinen nutzbar macht“, sagt Prof. Dr. Ulrich Spiegl, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der München Klinik Harlaching. Als Koordinator der Leitlinie hebt er vor allem die interdisziplinäre Abstimmung positiv hervor: „Die Leitlinienarbeit bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und schafft eine gemeinsame, verlässliche Grundlage für die Behandlung dieser Verletzungen.“

Kontroversen in der Versorgung

Insgesamt wird die Versorgung von Frakturen der thorakolumbalen Wirbelsäule kontrovers diskutiert. Dennoch gibt es diagnostische und therapeutische Standards, die bei der Behandlung dieser Verletzungen berücksichtigt werden sollten, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Orientierung für Diagnostik und Therapie

Die neue Leitlinie bietet eine fundierte Orientierung – von perkutanen und offenen Verfahren über konservative Optionen bis zur Prävention von Folgeschäden – und soll die Versorgungsqualität weiter verbessern.

 

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