Aus Stiftungskapital wird Zukunftsförderung

AFOR-Wissenschaftspreis unter dem Dach der DGOU

Urkundenübergabe mit dem Stifzbtsratsvorsitzenden und Vorstandsmitgliedern der DGOU
Urkundenübergabe (v.l.) mit Dr. Jörn Dohle (stellvertretender DGOU-Präsident), Prof. Dr. Christoph H. Lohmann (1. DGOU-Vizepräsident), Prof. Dr. Frank Hildebrand (DGOU-Präsident), Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier (AFOR-Stiftungsratsvorsitzender), Prof. Dr. Bernd Kladny (DGOU-Generalsekretär) und Prof. Dr. Sascha Flohé (stellvertretender DGOU-Generalsekretär) © S. Meyer / DGOU

Nach fast vier Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit überträgt die Association for Orthopaedic Research (AFOR) ihr verbleibendes Vermögen an die DGOU. Damit endet die Tätigkeit der Stiftung – ihr Anliegen jedoch lebt weiter: Mit dem neu geschaffenen AFOR‑Preis setzt die DGOU das Engagement für Forschung und Nachwuchsförderung fort. Im Interview erläutern Vertreter beider Seiten die Hintergründe dieses Schritts.

 

Was war der prägendste Beitrag der AFOR-Stiftung für Orthopädie und Unfallchirurgie?

Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier, AFOR-Stiftungsratsvorsitzender: Die AFOR-Stiftung war ihrer Zeit voraus. Mein Vater, Prof. Dr. Heinz Mittelmeier, hat die Stiftung gegründet, weil er früh davon überzeugt war, dass Orthopädie und Unfallchirurgie zusammengehören. Genau diese Schnittstelle wollten wir fördern. Über viele Jahre gab es Kurse sowie Forschungs- und Reisestipendien – bewusst unbürokratisch, keine kilometerlangen Anträge, sondern schnelle Unterstützung für Projekte mit Substanz. Der AFOR-Preis war dabei etwas Besonderes, ursprünglich als Habilitationspreis gedacht – als Auszeichnung für eine große wissenschaftliche Leistung.

Warum ist es der DGOU wichtig, dieses Vermächtnis weiterzuführen?

Prof. Dr. Frank Hildebrand, DGOU-Präsident: Weil die Idee der AFOR sehr gut zu dem passt, wofür die DGOU heute steht – sowohl fachlich als auch in ihrer Haltung. Die Stiftung war visionär: Sie hat Orthopädie und Unfallchirurgie früh als gemeinsames Grundfach gedacht, getragen von wissenschaftlicher Exzellenz und offen für Spezialisierung. Der neue AFOR-Preis der DGOU fügt sich deshalb nahtlos in unsere Forschungs- und Nachwuchsstrategie ein. Er soll kein beliebiger Preis sein, sondern ein besonderer – als klares Zeichen für Qualität, Tiefe und Relevanz.

Warum hat sich die Stiftung am Ende aufgelöst und warum ging das Geld an die DGOU?

Mittelmeier: Das war keine Entscheidung gegen die Idee, sondern für ihre Zukunft. Wir haben keinen Nachfolger gefunden. Gleichzeitig war immer klar: Das Vermögen soll in der Forschung bleiben. Mit der DGOU gab es eine wissenschaftliche Fachgesellschaft, die das Fach zusammenführt und weiterentwickelt. Genau dieser Gedanke steckte schon früh in der AFOR.

Welche Idee steckt hinter dem neuen AFOR-Preis?

Hildebrand: Der Preis soll exzellente Forschung auszeichnen und zugleich Anschub für das sein, was danach kommt: neue Projekte, neue Ideen. Wir orientieren uns bewusst am historischen Kern und bevorzugen Arbeiten auf Habilitationsniveau. Entscheidend sind Originalität, methodische Qualität und der Nutzen fürs Fach. Der Name AFOR soll wieder klar für Spitzenforschung stehen.

Was bedeutet es Ihnen persönlich, dass das Vermögen nun weiterwirkt?

Mittelmeier: Für mich ist das ein sehr stimmiger Abschluss. Der Wunsch meines Vaters war klar: Das Geld soll in der Forschung bleiben, es soll Neues ermöglichen. Besonders wichtig war uns, dass ein Teil des Preisgeldes wieder in Forschung investiert wird. Dass die DGOU diesen Gedanken aufgreift, freut mich sehr.

Was wünschen Sie sich für den AFOR-Preis in einigen Jahren?

Hildebrand: Dass man ihn als Auszeichnung für exzellente Forschung kennt, als Marke für wissenschaftliche Qualität im Fach. Und wenn klar ist: Wer diesen Preis erhält, hat etwas Wegweisendes für O&U gemacht. Dann erfüllt er genau den Zweck, den die AFOR-Stiftung immer verfolgt hat.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Swetlana Meier, Berlin, Öffentlichkeitsarbeit DGOU

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