Lesetipp OUMN

KI in O&U: Die Zukunft beginnt jetzt

Gruppenbild der Teilenehmenden der DGOU-Zukunftwerkstatt 2026
Die Teilenehmenden der DGOU-Zukunftwerkstatt 2026 © S. Meier / DGOU

Künstliche Intelligenz verändert unsere Gesellschaft in rasantem Tempo und macht auch vor der Medizin nicht halt. In Orthopädie und Unfallchirurgie hat sie großes Potenzial: von der automatischen Bildanalyse über KI gestützte Entscheidungsprozesse im OP bis hin zur digitalen Registerbefüllung – überall kann sie zum Einsatz kommen. In der Zukunftswerkstatt 2025, zu der die Präsidenten der DGOU 2026 einluden, diskutierten führende Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Politik und Forschung, wie Daten, Standards und KI Anwendungen die Versorgung künftig prägen werden. Eine Zusammenfassung der Veranstaltung ist jetzt in der Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ (OUMN) erschienen.

Die Möglichkeiten von KI sind enorm, aber nur, wenn wir ihren Einsatz aktiv mitgestalten – darüber waren sich die Teilnehmenden der Zukunftswerkstatt einig. Doch wie verlässlich kann die KI arbeiten, um echte Unterstützung zu leisten? Und wie kann sich Deutschland so aufstellen, dass es trotz seiner komplizierten Prozesse und Bürokratiehürden den internationalen Anschluss nicht verliert? Schließlich ist die Sorge groß, dass andere Player schneller handeln, wie beispielsweise Krankenkassen oder große Tech-Konzerne außerhalb Europas. Aufgabe der Fachgesellschaften müsse es sein, Standards zu definieren, strukturierte Datensätze zu erarbeiten und in Gremien mitzuentscheiden. „Wenn wir nicht schnell handeln, tun es andere und dann fehlen klinische Realität, ärztliche Verantwortung und unsere Vorstellungen von Qualität“, sagte Prof. Dr. Frank Hildebrand, Präsident der DGOU 2026. 

Studierende in KI-Kompetenz schulen

Bei den Diskussionen wurde auch deutlich, wie stark der Nachwuchs bereits KI‑Tools nutzt – oft ohne Anleitung oder Qualitätsprüfung. KI‑Kompetenz müsse daher fest in Aus‑, Weiter‑ und Fortbildung verankert werden, von Datenschutz über Bias bis zur kritischen Bewertung automatisierter Ergebnisse. 

KI unterstützt auf dem gesamten Patientenpfad

Gleichzeitig zeigte die Zukunftswerkstatt, wie groß die Chancen entlang des gesamten Patientenpfads sind: von der Aufnahme über den Schockraum bis zur Reha. KI kann helfen, Personal zu entlasten, Fehler zu reduzieren und Abläufe zu standardisieren. Doch eines war allen Teilnehmenden wichtig: KI ersetzt keine ärztliche Expertise, sondern unterstützt sie.

Potenziale von KI gemeinsam erkennen

Am Ende stand ein gemeinsamer Auftrag: Standards setzen, Verantwortung übernehmen, Potenziale nutzen. Dr. Jörn Dohle, stellvertretender DGOU-Präsident 2026, brachte es auf den Punkt: „Wir haben die Köpfe, das Wissen und den Willen. Jetzt müssen wir es umsetzen.“

Die detaillierten Ergebnisse der Zukunftswerkstatt, einzelne Stimmen und Beispiele sowie Perspektiven von KI werden im Artikel „Digital Health – Zukunft gestalten statt abwarten“ zusammengefasst. (© DGOU und BVOU [2026] Published by Springer Medizin Verlag Berlin [2026]. All rights reserved.).

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