Memorandum

Menschlichkeit verbindet: DGOU und ASIR stärken medizinische Zusammenarbeit

Gruppenbild mit unterzeichnetem Memorandum mit der Ukraine
DGOU und ASIR schließen Partnerschaft © Intercongress

Medizinische Partnerschaft baut auch in Krisenzeiten Brücken: Um noch enger mit der Ukraine zusammenzuarbeiten hat die DGOU mit der All-Ukrainian Association of Injury and Rehabilitation (ASIR) auf dem DKOU 2025 ein Memorandum unterzeichnet, das eine umfassende Kooperation und Partnerschaft vorsieht. „Das Memorandum steht für Menschlichkeit über Grenzen hinweg“, sagte DGOU-Präsident Prof. Dr. Christoph H. Lohmann. Es beinhaltet gemeinsame Bildungsprogramme, internationale Fachveranstaltungen, Forschungskooperationen, den Austausch junger Fachkräfte sowie die direkte Einbindung deutscher Spezialisten in die Behandlung Verwundeter mit dem Ziel, aus der Zusammenarbeit langfristige Beziehungen wachsen zu lassen.

„Wir bringen unsere unfallchirurgische Erfahrung dort ein, wo sie dringend gebraucht wird. Gemeinsam können wir helfen, Strukturen zu stärken und die Versorgung Verwundeter langfristig zu sichern“, sagte Prof. Dr. Ulrich Stöckle, stellvertretender DGOU-Präsident und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Austausch medizinischer Expertise 

Im Bereich der Traumaversorgung verfüge Deutschland über bewährte Netzwerke und Abläufe. Gleichzeitig könne man in den aktuell unsicheren Zeiten aber auch von den Erfahrungen aus der Ukraine lernen, insbesondere wie Deutschland sich auf mögliche Bedrohungslagen vorbereiten kann. Daher wollen die beiden medizinischen Verbände von der Erstversorgung über komplexe Frakturen bis hin zur Rehabilitation ihre Expertise austauschen, um die bestmöglichen Ergebnisse für die Patientinnen und Patienten zu erreichen. „Gerade in der Unfallchirurgie zählt jede Minute, jeder Handgriff muss sitzen“, betonte DGOU-Generalsekretär und DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Dietmar Pennig.

Prof. Dr. Bernd Kladny, stellvertretender Generalsekretär der DGOU, ergänzt zur Bedeutung des Memorandums: „Wir wollen Wissen teilen, Vertrauen stärken und Strukturen aufbauen, die Bestand haben. Diese Partnerschaft lebt von gegenseitigem Respekt und vom Lernen voneinander und zeigt, wie kollegiale Verbundenheit in der Medizin über Grenzen hinweg konkrete Hilfe ermöglicht.“

„Ukrainische Ärzte operieren unter schwierigsten Bedingungen“

Seit Beginn des Ukraine-Krieges engagiert sich die DGOU intensiv für die medizinische Versorgung ukrainischer Schwerverletzter in Deutschland. Mehr als 1.500 Schwerstverletzte wurden über das TraumaNetzwerk DGU® in deutsche Krankenhäuser verteilt und aufwendig versorgt. Wie die aktuelle Lage vor Ort in der Ukraine ist, hat ASIR-Präsident Prof. Dr. Prof. Mykola Ankin auch in der Session „Chirurgische Herausforderungen im Ukraine-Krieg - ein aktueller und ehrlicher Einblick“ bildhaft geschildert: „Unsere Ärztinnen und Ärzte operieren oft 16 Stunden täglich unter schwierigsten Bedingungen. Infektionen mit multiresistenten Keimen sind unser größtes Problem.“ Er beschrieb die zivil-militärische Koordination im Kriegsgebiet als notwendig, aber fehleranfällig: „Trotz aller Erschöpfung hält das System – durch Teamgeist und Pflichtgefühl.“

Ukraine benötigt dringend medizinische Ausrüstung 

Fast alle Kliniken in der Ostukraine sind am Limit und benötigen deshalb dringend weitere medizinische Ausrüstung. Insbesondere Fixateure, Bohrmaschinen, Bildverstärker, Osteosynthesematerialien und Materialien für Weichteilverletzungen werden gebraucht, um die weiterhin immens hohe Zahl an Schwerstverletzten versorgen zu können. Ärztinnen und Ärzte sowie Kliniken, die Material spenden können, wenden sich daher bitte an die Geschäftsstelle der DGOU

  • Kontakt Kontakt