Science Slam 2025

Ein Ort, der nie schläft – Slam aus der Notaufnahme

Dr. Eric Tille trägt sein Gedicht beim Science Slam vor
Dr. Eric Tille trägt sein Gedicht über die Notaufnahme im Rahmen des Science Slam 2025 vor © Intercongress

„Es ist zwei Uhr nachts, das Licht ist grell, die Luft riecht nach Kaffee, die Pflege läuft schnell. Ein Piepen hier, ein Stöhnen dort – willkommen an diesem seltsamen Ort.“ Mit diesen ersten Zeilen beginnt das Gedicht von Dr. Eric Tille, mit dem der Funktionsoberarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie des Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden den diesjährigen Science Slam des DKOU gewann. In 26 Strophen nahm der Slammer das Publikum mit auf eine lyrische Reise durch den Alltag einer Notaufnahme. Dabei wurde noch einmal sehr deutlich: Die Notaufnahme ist kein Wartezimmer – sie ist der Brennpunkt eines überlasteten Systems, das zwischen Leben und Bürokratie oszilliert. In einer poetischen Mischung aus Erlebnisbericht, Systemkritik und wissenschaftlicher Evidenz erzählt das Gedicht von Brüchen – sowohl anatomisch als auch strukturell – und von den Menschen, die tagtäglich und nachts das Unmögliche möglich machen.

Mit seiner Hommage an die Notaufnahme konnte Dr. Tille sowohl bei der Jury als auch beim Publikum am höchsten punkten und hat damit das Science-Slam-Stipendium der DGOU in Höhe von 1.000 Euro verdient gewonnen. Allen Interessierten, die die vollständige Reise in die Notaufnahme antreten möchten, steht das Gedicht in kompletter Länge zum Download bereit. 

Beste Unterhaltung mit Witz, Charme und Wissenschaftsfreude

Insgesamt vier Slammer lieferten sich am Mittwoch auf dem DKOU 2025 den beliebten Schlagabtausch der wissenschaftlichen Ideen, bei der die Referenten nur knapp acht Minuten Zeit hatten, um das Publikum und die Jury von ihrer Darbietung zu überzeugen. Mit dabei waren auch PD Dr. Jochen Weber, der die hochinteressanten klinischen Folgen der Pfeilverletzung von Ötzi präsentierte, Prof. Dr. Rolf Lefering mit einer kurzweiligen Verkehrsunfall-Epidemiologie zum TraumaRegister DGU und Dr. Christian Prangenberg, der die Ausrichtung des Penis als Indikator für Schenkelhalsfrakturen näher untersuchte und dabei das Publikum aufs Beste unterhielt.

Zwar konnte nur Dr. Tille das Preisgeld mit nach Hause nehmen, doch alle Teilnehmenden haben mit viel Witz, Charme und einer Portion Wissenschaftsfreude das Publikum bestens unterhalten – stilecht bei Brezeln, Bier und bester Laune.

Für alle, die den diesjährigen Science Slam verpasst haben oder ihn noch einmal anschauen möchten, geht es hier zum Video: 

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