Die Studierenden können auf einen Tag voller Erlebnisse, neuer Erkenntnisse und neugeknüpfter Kontakte zurückblicken – und für alle, die nicht teilnehmen konnten, bietet sich im nächsten Jahr wieder die Gelegenheit: Der nächste Tag der Studierenden findet am 21. Oktober 2026 auf dem DKOU 2026 statt.
“Man kann die Leute nur für etwas begeistern, wenn sie wissen, wie es sich anfühlt“
„Die Hörsäle sind um diese frühe Zeit nicht so voll – oder hat sich das geändert?“, fragte DGOU-Generalsekretär Prof. Dr. Dietmar Pennig die 100 Studierenden, die sich morgens um 8.15 Uhr zum Tag der Studierenden auf dem DKOU versammelt hatten. Während Pennig auf seine eigene Studienzeit zurückblickte, konnten sich die Teilnehmenden auf ein vielseitiges Programm freuen. Der Tag der Studierenden wird jedes Jahr vom Jungen Forum O&U sowie der studentischen Vertretung YOUngsters organisiert und bietet die Möglichkeit, Kongressluft zu schnuppern, mit Tutorinnen und Tutoren sowie Mentorinnen und Mentoren über ihre berufliche Zukunft zu sprechen und an Hands-on-Workshops teilzunehmen. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz: Den Abschluss bildet traditionell die Rookie Night, eine gemeinsame Feier mit Blick auf das nächtliche Berlin.
Zur morgendlichen Begrüßung waren nicht nur die Studierenden selbst sowie Vertreterinnen und Vertreter des Jungen Forums und der YOUngsters anwesend, sondern auch die Generalsekretäre von DGOU, DGOOC und DGU, der Geschäftsführer des BVOU und zwei der drei Kongresspräsidenten – sie alle hießen den medizinischen Nachwuchs auf dem Kongress willkommen und berichteten von der Vielseitigkeit des Fachbereichs O&U.
Berufserfahrungen weitergeben
Nach einem Ausblick auf das Tagesprogramm besuchten die Studierenden gemeinsam die Sitzung zur Verleihung des Lehrpreises O&U. So konnten sie innovative Konzepte in der Lehre kennenlernen, von denen ihnen einige vielleicht im eigenen Studium noch begegnen werden. Jakob Göker aus Köln, der sich bereits im PJ befindet, fand die Lehrkonzepte spannend: „So etwas hätte ich auch gerne gemacht.“ Umso mehr freute er sich auf den Tag und insbesondere auf den Osteosynthese-Workshop.
Aufgeteilt in zehn Gruppen ging es für die Studierenden nun in eben jene Workshops sowie in wissenschaftliche Sitzungen und Diskussionsrunden mit Mentorinnen und Mentoren. Jede Gruppe wurde von ein bis zwei Tutorinnen oder Tutoren begleitet – viele von ihnen waren vor einigen Jahren selbst noch Teilnehmende. Anna Dietrich, Assistenzärztin an der Klinik für Unfallchirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover, ist eine der Tutorinnen. Seit zwei Jahren ist sie im Jungen Forum aktiv und auch davor hat sie den Tag der Studierenden als Mitglied der YOUngsters begleitet. „Der Tag der Studierenden gefällt mir immer wieder gut, und ich merke, dass ich nun mit zwei Jahren Berufserfahrungen wieder viel Neues weitergeben kann.“
Um Berufsalltag und Karriereplanung ging es auch in den Mentorengesprächen: Hier können die Studierenden Fragen an langjährig erfahrene Ärztinnen und Ärzte aus O&U stellen.
Hands-on-Workshops zu Osteosynthese und Orthesen
Eines der Highlights war wie immer der Osteosynthese-Workshop AO Spezial, in dem sich die Studierenden im Bohren und Sägen am Knochenmodell ausprobieren dürfen. Mentorin Hanna Majidi freut sich, den angehenden Medizinerinnen und Medizinern diese Gelegenheit bieten zu können: „Ich finde, man kann die Leute nur für etwas begeistern, wenn sie wissen, wie es sich anfühlt.“
Auch der Orthesenkurs, der zeitgleich im Nachbarraum stattfand, stieß bei den Studierenden auf große Begeisterung: In freundschaftlicher Atmosphäre konnten sie sich verschiedene Orthesen selbst oder gegenseitig anlegen und so deren Handling und Funktion kennenlernen.
Neuer Bewerberrekord
Das Programm hat es in sich – und das macht den Tag der Studierenden beliebt: Etwa 180 Studierende hatten sich in diesem Jahr auf die 100 freien Plätze beworben, ein neuer Rekord. Selbst als das Programm bereits begonnen hatte, kamen noch Interessierte in der Hoffnung auf einen frei gewordenen Platz.
Vom Tag der Studierenden erfahren hatten die Teilnehmenden aus verschiedenen Quellen, unter anderem in den sozialen Medien, so auch Marius Schulz, der im 9. Semester in Rostock studiert. „Als ich den Instagram-Post gesehen habe, habe ich mich schnell beworben. Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass ich angenommen werde – umso größer war meine Freude, dass es doch geklappt hat“, erzählt er. Sein Interesse an Orthopädie und Unfallchirurgie entstand schon früh durch Leistungssport und wurde durch einen Studierendenjob als OP-Assistent weiter gefestigt.
Lucia Fieweger, Studentin aus Marburg und ebenfalls im 9. Semester, hatte sich auf der DGOU-Website informiert und daraufhin für den Tag der Studierenden beworben. Auch ihr Interesse am Fachbereich bestand schon länger, selbst wenn sie zwischenzeitlich davon abkam – die Famulatur und die Tätigkeit in einer orthopädisch-unfallchirurgischen Praxis führten sie schließlich wieder zu O&U zurück. „Ich bin für alle Unterbereiche des Fachs offen, möchte aber auf jeden Fall auch operieren“, berichtet sie.




