Qualität und Sicherheit

Neue S3-Leitlinie zu epiduralen Injektionen bei Wirbelsäulenerkrankungen

Injektion an der Wirbelsäule
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Die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft (DWG) hat federführend gemeinsam mit neun weiteren Fachgesellschaften sowie einer Patientenvertretung eine neue S3-Leitlinie zur Indikation und Durchführung epiduraler Injektionen bei degenerativen Erkrankungen erstellt. Auch die DGOU war an der Entwicklung dieser evidenzbasierten Handlungsempfehlung beteiligt. Die S3-Leitlinie „Epidurale Injektionen bei degenerativen Erkrankungen“ bietet erstmals eine strukturierte und differenzierte Bewertung von Nutzen, Durchführung und Risiken verschiedener epiduraler Injektionsverfahren entlang der Wirbelsäule. Sie ist seit dem 23. Juni 2025 gültig und steht mit einer Langfassung, einer Kurzfassung und einer Patientenleitlinie im Leitlinien-Register auf der Website der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zur freien Verfügung.

Adressaten der Leitlinie sind alle Fachleute, die sich mit epiduralen Injektionen beschäftigen, d.h. Ärztinnen und Ärzte der Fachgebiete der beteiligten Fachgesellschaften, überweisende Hausärztinnen und -ärzte, Patientinnen und Patienten, gesundheitspolitische Institutionen sowie Kostenträger und die Öffentlichkeit. 

Inhaltlich beginnt die Leitlinie mit der klaren Definition und Abgrenzung der drei Zugangswege zum Epiduralraum: transforaminal (periradikulär, PRT), interlaminär und kaudal. Es folgt eine Nutzenbewertung, separat für jeden Zugangsweg. Dann werden die Voraussetzungen aufgezeigt, die vor einer Injektion erfüllt sein sollen. Bei den Empfehlungen zur Durchführung spielt das bildgebende Verfahren eine große Rolle und es werden technische Varianten beurteilt.

Ein weiteres Kapitel widmet sich der zu verwendenden Medikamente, wobei die Sicherheit der verschiedenen Steroide im Vordergrund steht. Auch der Umgang mit Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmern wird besprochen sowie typische Komplikationen und Risiken. Die drei verschiedenen Zugangswege werden verglichen und es werden Empfehlungen zur Wiederholung von epiduralen Injektionen gegeben. Abgerundet wird die Leitlinie mit Versorgungsaspekten.

Mit der S3-Leitlinie haben die Hauptautoren Prof. Dr. Stephan Klessinger und Dr. Karsten Wiechert gemeinsam mit allen Vertretenden der beteiligten Fachgesellschaften eine umfassende Grundlage für die Anwendung epiduraler Injektionen in Deutschland geschaffen. Neben der DWG waren folgende Organisationen beteiligt:

  • die Deutsche Schmerzgesellschaft,
  • die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI),
  • die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU),
  • die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN),
  • die Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC),
  • die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR),
  • die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG),
  • die Interdisziplinäre Gesellschaft für orthopädische/unfallchirurgische und allgemeine Schmerztherapie (IGOST),
  • die unabhängige Vereinigung aktiver Schmerzpatienten in Deutschland (SchmerzLos) und
  • der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK).

Die S3-Leitlinie „Epidurale Injektionen bei degenerativen Erkrankungen“ ist im Leitlinien-Register auf der AWMF-Website mit der Registernummer 151/005 hinterlegt.

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Quelle: Pressemitteilung der DWG

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